Zum Cicero- Artikel "

HandMitPistoleDie Doppelmoral des deutschen Pazifismus

" vom 6.10.2014


( http://www.cicero.de/)

Wenn man diesen Artikel im Cicero gelesen hat, kann man nur eins: Einen Gegen-Artikel posten.
Und wenn das schon nicht im Cicero geht, dann eben an dieser Stelle !

Zitat: Die Kiegsphobie der Deutschen ist Schuld am maroden Zustand der Bundeswehr

Kann das einer sagen, der die Pressemeldungen der letzten Wochen auch nur ausschnittweise gelesen hat ? - Nein !
Schuld am aktuell zur Schau getragenen maroden Zustand der Bundeswehr ist die eigene interne Unfähigkeit !
Wenn zur Verfügung gestellte Mittel nicht eimal genutzt werden ist das nicht nur Führungs-Inkompetenz sondern  Blödheit.
Da es ja in diesem Laden keine demokratischen Strukturen gibt, gilt hier immer noch das Führer-Prinzip : Befehl und Gehorsam.
Also ist es wohl ein Führungsproblem, das mit den althergebrachten Methoden versteckt wird:
Geheimnistuerei und Ablenkung durch Werfen von Nebelbomben.

Die Fabel über die friedlichen Kuscheldeutschen.

Es folgen Klagen über die fehlende Bereitschaft zur Auseinandersetzung, die fehlende Wehrbereitschaft. .. hat man ja alles schon einmal gehört.
Etwas tiefer gehende Analysen bleibt natürlich aus. Es wird ein einfaches Bild gezeichnet:
Der Kuscheldeutsche hat sich bequem eingerichtet. Ist er eventuell traumatisiert ? Er kann ja nicht einmal in einfachen Kategorien von Gewalt und Gegengewalt denken.
Er verdrängt alle Gefahren die ihn aus fernen Ländern bedrohen, flüchtet feige in nutzlosen De-Eskalationsversuchen.

Ist ja eine mögliche Charakterisierung eines Kuscheldeutschen. Treffender ist aber die folgene Definition:

  • Er mag keine tiefgründigen Gedankengänge,
    liest (wenn überhaupt) am liebsten nur Zeitungen mit wenig Text und vielen Bilden.
  • Er investiert vornehmlich seine Zeit und Gedanken in Themen wie z.B.
    Steigt mein Fußball-Verein ab, Wieviel Rente steht mir zu, wann und wo verbringe ich den nächten Urlaub.
  • Er reagiert sehr empfindsam auf fiktive Bedrohungen seines Wohlstandes
    für den er ständig auf Optimierungssuche ist.    
  • Er ist fest davon überzeugt gut informiert zu sein ( kann überall mitreden ). Richtet sich aber in der Regel immer am allgemeinen Konsens aus.

Aus diesem Betrachtungswinkel auf den Kuscheldeutschen ist der Artikel natürlich intelligent geschrieben.
Es ist leicht zu verstehen, eingängig, und das Wichtigste: Er ist überwiegend kompatibel zur Mehrheitsmeinung.

Die Suchen nach den Gründen der Wehrkraftzersetzung

Auf dieser Suche kommt der Autor zu dem Schluß:
In Kategorien von Gewalt, Gewaltandrohung und Gegengewalt kann der deutsche Kuschelmensch nicht mehr denken.
Die Ursache dieses Mankos könne aber heute, viele Jahren nach Kriegsende nicht am erlebten Elend der Eltern / Großelteren liegen,
es müssen andere Gründe für dieses Manko vorliegen...
Mit diesen Erkenntnissen wird die "Analyse" durch die folgende Status-Beschreibung abgeschlossen.

Das Bild vom postheroischen deutschen Wohlstandsbürger

Aussage: Der postheroische Wohlstandsbürger ist weder Willens noch mental in der Lage seine unmittelbaren vitalen Interessen mit Waffengewalt zu verteidigen.
Worin diese unmittelbaren vitalen Interessen liegen wird nur kurz in einer Nebelschwade skizziert indem die Länder Afghanistan, Irak und Syrien aufgelistet werden.
Was soll denn damit gesagt sein ?? Liegen oder lagen dort unser vitalen Interessen ? Ist die Geschichte noch zu jung ?
Tatsächlich zieht sich eine Brandspur, ausgelöst von notorischen Welt-Verschlimmbesserern.

Irak, Afghanistan, ..., ... ...:
Vor nicht allzu langer Zeit machte sich nach einem terroristischen Anschlag ein dem Alkohol verfallener, dann aber wiedergeborener schwachköpfiger Cowboy auf, um die Welt nach genau diesem Strickmuster zu verbessern.
Mit Tricksen und Lügen schaffte er die Mehrheit von der Notwendigkeit seiner Mission (Verteidigung der vitalen Interessen) zu überzeugen.
Die Überzeugten wurden "Bündnistreue" oder "Willige" genannt, alle anderen standen im Schatten der Achse des Bösen.
Damit wurde die Büchse der Pandora geöffnet. Die damaligen miserablen Zustände nicht nur im Irak wurden durch noch beschissenere Zustände ersetzt ( IS & Co )
Dem Mann kann man das nicht übel nehmen, ein Bekloppter gehört in die Irrenanstalt, nicht in's Gefängnis. Aber es sind Ihm fast alle gefolgt...
Schöne Grüße von Bush, Wolfowitz, Rumsfeld und allen anderen Wohlstands-Terroristen die die ehemals bestehenden
demoratischen Strukturen nutzten um genau diese zu zerstören. 
Die Bedrohungsszenarien wechseln hierbei ständig, Waffen-Geschäfte mal hier, mal da.
Mittlerweile fliegen den Weltbeschützern die eigenen Waffen um die Ohren. 

Aber was ist mit all den Mitläufern, den überzeugten Faschisten, den Anti-Terrorismis-Koalitionären, allen Rufern nach mehr Wehrhaftigkeit ?
Was ist mit all den Leichtgläubigen die hier mitgemacht haben. ( Aus Überzeugung ?, aus Angst ?)
Was ist mit all den Verarschten, die überzeugt für eine Sache gekämft haben und sich dann plötzlich in einem neuen gesellschaftlichen Kontext wiederfinden in dem diese Werte nicht mehr gelten, gar ins Gegenteil gekehrt werden ?
Identitätskrisen hatten wohl die wenigsten ....

Von denen hört man dann nach der Zeitenwende, nach der Offenbarung des offensichtlich ausgelösten Elends :

  • Ich habe nichts böses getan, hab nur Befehle ausgeführt
  • Ich kann doch da nichts dafür, war zwar dabei, hab aber nur zugeschaut
  • Das war halt 'ne ande Zeit, wir waren von der Sache überzeugt, alle haben so gehandelt wie ich
  • Wir wurden angegriffen und bedroht von einem Kriegsverbrecher und oder Terroristen der schom mehr auf dem Gewissen hat

Leider vermehrt sich in immer wiederkehrenden Zyklen, begleitet mit immer wiedererstarkendem Bedrohungsgefühl auf diese Weise das Elend unaufhaltlich.
Glaubt eigentlich heute noch jemand man müsse sein Vaterland in Afghanistan verteidigen ? Nein.
Das ist aber kein wirklicher Fortschritt, vielmehr nur eine Phase eines Zykluses, ein Snapshot im Weltgeschehen.

"I do my Job " ist die stereotype Antwort auf kritisches Hinterfragen der (in der Tat) verführten Täter. Selber denken war/ist ja verboten.
In diesem meinem Kuschel-Kontext sind andere für mich verantwortlich, bin nur Vollstrecker, kein Täter.
Der Berufs-Henker führt sein Geschäft ja auch nur aus, verläßt sich auf das vom Richter gesprochene Urteil.

Klar, das man in einem Unrechtstaat nicht sein eigenes Leben oder das des Familie riskieren will. Das  ist wohl verständlich.
Gilt aber jetzt nicht ! Wir leben immer noch trotz alledem in einem einigermaßen funktionierenden Rechtsstaat.
Zumindest muß hier keiner für seine Überzeugung das Leben lassen.
Es reichen ja schon viel trivialere konstruierte Zucker-Peitsche-Szenarien um die Leute bei der Stange zu halten :

  • Peitsche-Szenario : Gehaltskürzung, Urlaubssperre, etc.
  • Peitsche-Szenario : Wohlstands- Bedrohungen (siehe oben)
  • Zucker-Szenario : Verteilung von Ehrenabzeichen ( Sind billig, bringen aber großen solidarischen Effekt ) 

... um den Kuschelmenschen bei der Stange zu halten, zu verführen, für eigentlich ganz andere Zwecke einzuspannen. 

Nun gibt es aber noch die hier durch den Cicero-Artikel beschriebenen sich verweigernden Wohlstandsbürger.
Möglicherweise ist das die sogar mehrheitliche Gruppe, die eines kapiert hat :

  • Ich denke selber, lasse mir von keinem vorgeben was mich bedroht, entscheide selber wann ich mich wehren muß.
  • Ich beziehe meinen Wohlstand zu einem großen Teil aus dem Elend  anderer Völker, habe kein Recht diesen Status mit Gewalt auszubauen.
  • Ich lasse mich nicht fremdbestimmen, werde mich nicht einspannen lassen für Interessen die meiner eigenen Überzeugung widersprechen.
  • Ich versuche aus der Geschichte zu lernen, versuche nicht wieder und wieder in die alten Denkstrukturen zu verfallen.

Mir kann das Geschwafel von Bequemlichkeit und feigem Wohlstandsverhalten nur Übelkeit auslösen.
Am Ende des Artikels steht der als Lösung aller Probleme (Bedrohungen) stehende lateinische Spruch :
"Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor"
Der Spruch sollte durch den Folgenden ersetzt werden:
Sei auf der Hut vor den Verführern die Dich für Ihre eigenen Geschäfte einspannen wollen, hinterfrage deren Absichten.
Dieser Spuch ist aber nicht von den alten Römern.

Kann man die Römer überhaupt noch als Ratgeber heranziehen ?
Gab's bei denen eigentlich schon Menschenrechte / Demokratie ?

Hic Rhodos , hic salta ! ( Frei übersetzt : Hier spielen viele Kapellen, tanze Du aber nur zur Richtigen ! )